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Freitag, 29. November 2013

AUF DIE HALTUNG KOMMT ES AN.

"She has an attitude." Jemand, der irgendwie die Nase hoch trägt, überheblich ist, meint etwas Besseres zu sein.  Lange Zeit dachte ich, das ist alles, worum es dabei geht, es schien keine wirklich passende Übersetzung zu geben. Nun fiel ich über das fast altmodische Wort "Haltung". Nicht im Sinne von Haltung bewahren, ein eher Wilhelminischer Ansatz, sondern die "Haltung", die ich zu einem Thema oder einem Menschen gegenüber einnehme. Egal, was ich sage und in welcher Form (leise, erregt, aufgebracht...) - es macht einen Unterschied mit welcher Haltung ich z.B. eine Konfliktgespräch führe. Gehe ich davon aus, dass ich gewinnen muss, der andere im Unrecht ist und ich ihm das nur freundlich, aber bestimmt klarmachen muss, oder versuche ich eine Lösung zu finden. Stelle ich meine Meinung über die des anderen, oder gehe ich davon aus, dass beide Meinungen ihre Berechtigung haben. Kann ich meinen Standpunkt zurückstellen und versuchen einmal ganz in die Welt des Anderen einzutauchen? Das heißt nicht, dass ich unbedingt zurückstecke, es heißt nur, dass ich offen bin, mich einlasse auf den Anderen. Nicht selten entscheidet allein die Haltung darüber, inwieweit in einem Konflikt eine Einigung erzielt werden kann. Auch ein höfliches Gespräch wird nicht zum gewünschten Ergebnis führen, wenn die Haltung , die dahinter steht, besagt "ich habe recht". Mit welcher Haltung bist Du hier? 

Mittwoch, 10. April 2013

DURCH DIE BRILLE DES ANDEREN SEHEN

Neulich habe ich eine ganz einfache Coachingübung gehört, die häufig im Konfliktmanagement genutzt wird:

Sie lässt sich im privaten Umfeld und auch im Beruf, mit etwas Offenheit, leicht umsetzen.

Beide Seiten schildern nacheinander den Standpunkt des Anderen. Und zwar so lange, ohne unterbrochen zu werden, bis die andere Seite zufrieden ist und sich vollkommen verstanden und repräsentiert fühlt. 

Das hat den Vorteil, dass man sich nicht in langen Anschuldigungen verliert und gleichzeitig Verständnis für den Anderen entwickelt. Vor allem aber verhindert es, dass man meint, alles besser zu wissen, oder eh schon zu wissen... 
Die Methode ermöglicht endlich wieder Kontakt, sich einlassen auf das Denken des Anderen und ein Verlassen des eigenen Standpunktes. 

Von dort ist eine Lösung oft nicht mehr Weit, denn oft ist ja gar nicht die Lösung das Problem, sondern das "auf seinem Standpunkt beharren" und "gar nicht mehr recht zuhören".